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Was passiert eigentlich, wenn man stirbt? -
Besuch des Bestatters Manuel Dorn im Ethik-Unterricht

Wie viel kostet eine Beerdigung und was genau passiert, wenn man stirbt? Kann man überall beerdigt werden und wer kommt für die Kosten auf, wenn man keine Angehörigen hat?
Die Klassen 10 c und d der Realschule Oberesslingen zeigten großes Interesse an dem aktuellen Thema „Sterben und Tod“ im Ethikunterricht und so kamen im Unterricht diese (und noch viel mehr!) Fragen auf, denen wir nachgegangen sind. Um mehr über das Berufsfeld des Bestatters zu erfahren und um einen Experten zu diesem Thema befragen zu können, luden wir den Bestatter Manuel Dorn aus Aichwald ein, der trotz eines extrem vollen Terminkalenders und vielen Ehrenämtern gerne zusagte.
Lustiger Weise fand die Ethikstunde in seinem alten Klassenzimmer statt – Herr Dorn war früher selber Schüler an der RSO und hat dort seinen Abschluss gemacht. „Genau da hinten links habe ich früher gesessen“ waren seine ersten Worte, als er ins Klassenzimmer kam– „aber so modern war es damals noch nicht mit Smartboard und Dokumentenkamera!“
90 Minuten stand der den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort, die ihm gebannt zuhörten und viele Fragen stellten. „Hat der tägliche Umgang mit dem Tod Sie verändert?“, „Wie viele Menschen sterben im Jahr im Raum Esslingen?“ und „Werden Sie manchmal auch zu Tatorten gerufen?“
Herr Dorn nahm sich viel Zeit, um all diese Fragen anschaulich zu beantworten. „Ich habe das Familienunternehmen nach zwei abgeschlossenen Berufsausbildungen übernommen, habe aber schon von klein auf mitgeholfen und daher einen anderen Bezug zum Umgang mit dem Tod – aber ich denke, dass ich bewusster lebe.“ Auf die Frage, was das Schönste an seinem Beruf ist sagte Herr Dorn, dass die tiefe  Dankbarkeit der Angehörigen, die Hilfe und Unterstützung, die man als Bestatter diesen in der schweren Zeit des Verlustes eines geliebten Menschen zukommen lässt, das Beste an seinem Beruf sei – „Das ist mehr wert als jeder Euro auf dem Konto“.
Schlimm sei für ihn, wenn sehr junge Menschen oder Kinder sterben. Einen Ausgleich findet er beim Sport, in der Natur und mit seiner Familie.
Für die Ausbildung muss man volljährig sein und einen Führerschein haben. Außerdem muss man gut in Deutsch sein, da man die Karten und Anzeigen schreiben muss. Man lernt während der Ausbildung unter anderem, wie man ein Grab aushebt mit einem Bagger, wie man es sichert, wie man Grabkapellen dekoriert, Karten und Anzeigen formuliert, wie man mit den Angehörigen umgeht, wie man die Verstorbenen herrichtet, anzieht und im Sarg aufbahrt. Man ist Tag und Nacht erreichbar und hat oft auch lange Wege bei den Überführungen der Verstorbenen. Dennoch könnte sich Herr Dorn keinen wertvolleren und schöneren Beruf vorstellen. „Für mich ist der Beruf nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung“.